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Evangelische Kirchengemeinde
Sassenberg |

Gnadenkapelle
"Evangelische Gnadenkapelle zum Heilsbronnen",
so lautet der offizielle, vielleicht etwas
sperrige Name der kleinen evangelischen Kirche
in Sassenberg; Gnadenkirche, evangelischen Kirche
oder einfach Kleine Kirche - im Unterschied zu der
ortsbeherrschenden, katholischen Kirche Johannes
Evangelist - so nennt sie der Volksmund.
Wurzeln
Ihren Namen genauso wie ihre Existenz verdankt
die Kirche den Flüchtlingsströmen der Nachkriegszeit.
Nach Kriegsende zählte die kleine Diasporagemeinde
Warendorf, die auch das Gebiet der heutigen
Gemeinde Sassenberg umfasste, knapp eintausend
Gemeindeglieder. Nachdem um Ostern 1946 die
ersten Flüchtlingstransporte aus Schlesien in Warendorf
eingetroffen waren, stieg diese Zahl sprunghaft.
Im Pfarrbezirk Sassenberg entwickelte sich bald
ein reges Gemeindeleben. Der Pfarrbezirk umfasste
die Stadt Sassenberg, die Dörfer Füchtorf, Greffen
und Milte und die Bauernschaften Elve, Twilligen,
Subbern, Rippelbaum, Gröblingen und Dackmar.
Insgesamt war der Bezirk etwa 170 Quadratmeter
groß; in ihm wohnten rund 1.600 Gemeindeglieder.
Der Pfarrer selber, Erich Lackner, war Flüchtling
aus Königsberg.
Der Weg zur Kirche
Für die Gottesdienstfeier war die Gemeinde zunächst
in allen vier Hauptorten in Schulen zu Gast.
Zu Beginn der 50er Jahre konnte dann der Wunsch
nach einer eigenen evangelsichen Kirche mit Hilfe
des "Diaspora-Bauplanes" der Landeskirche in die Tat
umgesetzt werden. Mit einem Grundkapital von 5.000 DM
und der Bereitschaft vieler Gemeindeglieder,
Hand- und Spanndienste zu leisten, konnte die
Gemeinde am 11. November 1951 auf dem Grundstück
an der Schückingstraße mit dem Bau beginnen.
Nachbarschaftshilfe
Viele katholische Mitchristen unterstützen durch
Geldspenden oder Mitarbeit den Kirchenneubau.
Der Rat der Stadt Sassenberg (damals noch Amt
Sassenberg) stellte das Grundstück, gebunden
an den Bau einer Kirche, zunächst in Erbpacht
zur Verfügung. 1964 konnte die Gemeinde es
dann für den Preis von einer Mark pro
Quadratmeter von der Stadt kaufen.
Einweihung
Am 20. Oktober 1951 wurde der Grundstein für den
Kirchenbau gelegt und knapp ein Jahr später,
am Erntedankfest (5. Oktober) 1952, wurde das
Gotteshaus geweiht. Für den Namen stand
die gleichnamige Gnadenkirche in Königsberg
Pate, an der Sassenbergs erster Pfarrer Lackner
vor und während des Krieges Dienst getan hatte.