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Evangelische Kirchengemeinde
Sassenberg |
Fortbildung
Einladung zum Einführungsseminar in die Sterbebegleitung
Passen Gespräche über Sterben, Tod und Trauer in die lebendige Frühlingszeit? Das Sterben gehört zum Leben dazu.
Es ist die letzte Zeit des Daseins. Diese in Geborgenheit und Würde verleben zu dürfen, ist ein zutiefst menschlicher Wunsch
- dabei zu helfen, das ist das Anliegen der Hospizarbeit.
In Zusammenarbeit mit dem Haus der Familie, der Seelsorgeeinheit der katholischen Pfarrgemeinden Sassenberg und Füchtorf
und der evangelischen Kirchengemeinde Sassenberg lud der Hospizverein für die Stadt Warendorf e.V. zum Gespräch über Sterben,
Trauer und Hospizarbeit ein. An drei Abenden trafen sich interessierte Menschen, um gemeinsam darüber nachzudenken, was sie
beim Thema Tod und Sterben bewegt und was in der Zeit von Abschied und Trauer gut tun kann. Sie tauschten sich miteinander aus
und informierten sich über die Ziele und Möglichkeiten der Hospizarbeit.
Im Unterschied zu der Unsicherheit oder Zurückhaltung, die sich nicht selten angesichts dieser Themen einstellen, waren
die Abende getragen von engagiertem Interesse, mitmenschlichen Begegnungen und der Aufgeschlossenheit für persönliche Erfahrungen.
Manch einer zeigte sich zunächst erstaunt, dass Hospizarbeit mit der Betrachtung der eigenen Geschichte, Gefühle und Ängste zu
tun hat. Doch gerade der Blick auf die eigenen Erfahrungen ist wichtig, um einen schwerstkranken Menschen in der letzten Zeit
seines Lebens begleiten zu können.
Diesem Gedanken folgen auch die Vorbereitungskurse zur ehrenamtlichen Sterbebegleitung. In diesen Kursen geht es vor allem
um die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit und den damit verbundenen Ängsten sowie um die bewusste Verarbeitung von
Verlust und Trauer im eigenen Leben. Nur nach einer solch persönlichen Auseinandersetzung wird es möglich, den Fragen und Ängsten
unheilbar Kranker wie ihrer Angehörigen offen und ehrlich zu begegnen - ihnen beizustehen statt ihnen auszuweichen. Neben der
biographischen Arbeit sind Kommunikation und Gesprächsführung weitere wichtige Seminarinhalte: Wie kann ich mit einem sterbenden
Menschen reden? Wie kann ich wahrhaftig bleiben? Außerdem geht es um die Einübung in eine sensible Wahrnehmung. Die Wahrnehmung
und Achtung von Grenzen - sowohl den eigenen als auch denen des anderen - sind in der Sterbebegleitung von großer Bedeutung.
Die Vorbereitungskurse eröffnen den TeilnehmerInnen einen geschützten Raum der Selbstreflexion und die Möglichkeit für sich
herauszufinden, ob sie sich die Aufgabe der Sterbebegleitung zutrauen. Nach den Seminaren steht es den KursteilnehmerInnen frei
zu entscheiden, ob sie sich ehrenamtlich in der Hospizarbeit engagieren möchten.
Die ehrenamtliche Sterbebegleitung ist eine verantwortungsvolle, sensible Tätigkeit und zugleich eine Bereicherung für das
eigene Leben. Im Zusammensein mit den Betroffenen wie auch im Austausch mit anderen Ehrenamtlichen, erfahren Begleiterinnen
und Begleiter auch vieles über sich. Sie erleben Menschlichkeit, Vertrauen und Wertschätzung. Oft erzählen sie, wie viel Kraft
ihnen selbst im Verlauf einer Begleitung geschenkt wird - wie viel sie von den Menschen lernen, die ihren letzten Weg gehen.
Sterbebegleitung ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen.
Ob sich jemand nach einem Vorbereitungskursus zur ehrenamtlichen Sterbebegleitung entschließt oder nicht: Der Kurs birgt in
jedem Fall die Chance der persönlichen Entwicklung - und die Chance den Tod als Teil des Lebens zu begreifen, von dem man für
das Leben lernen kann. Wenn Sie sich für den Vorbereitungskurs interessieren oder mehr über die ehrenamtliche Sterbebegleitung
erfahren möchten, dann wenden Sie sich gerne an den Hospizvereins für die Stadt Warendorf e.V.
Kontakt:
Hospizverein für die Stadt Warendorf e.V.
Haus der Familie
Hohe Straße 3
48231 Warendorf
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr 9:00 - 12:30; 14:30 - 16:00 Uhr
Tel.: 02581/ 789 3353
Mail: infohospizverein-stadt-warendorf.de
Am 21. April 2010 berichten "Die Westfälischen Nachrichten":
An den Informationen von Koordinatorin Dr. Kerstin Volland über die Möglichkeiten,
welche Hilfe der Hospizverein für die Stadt Warendorf und seine ehrenamtlichen Helfer
schwerstkranken und sterbenden Mitmenschen bieten kann, zeigten sich zahlreiche
Personen interessiert. Mitglieder des Hospizvereins beantworteten ebenso die sich
ergebenden Fragen. Foto:(Babeliowsky)
Zeit haben und einfach da sein
Sassenberg - Der Hospizverein für die Stadt Warendorf stellte im letzten Jahr ein steigendes Interesse in den evangelischen
und katholischen Kirchengemeinden von Sassenberg und Füchtorf sowie im Altenzentrum St. Josef Sassenberg an der Hospizarbeit fest.
Gemeinsame Gespräche mit den Pfarrern und dem Leiter des Altenzentrums, Werner Fusenig, führten dazu, dass Dr. Kerstin Volland,
hauptamtliche Koordinatorin des Vereins, auf Einladung von Werner Fusenig in dem Altenheim drei Vortragsveranstaltungen durchführte.
Das letzte Thema am Donnerstag trug die Überschrift „Ins Gespräch kommen über die Hospizarbeit - was ist möglich?“.
Die Antworteten richteten sich an über zehn Frauen und Männer, die aufgrund privater Gegebenheiten oder aus grundsätzlichem
Interesse sich diesem sensiblem Bereich der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen nähern wollten.
Die Teilnehmer erhielten die Gelegenheiten, ihre Gedanken und Vorstellungen darüber, was unter gutem Helfen verstanden werden
könne, bei einer Art brain-storming aufzuzeichnen. Die zutreffenden Begriffe wie Zeit haben, nur da sein, Bedürfnisse erkennen,
zuhören oder Zuwendung kennzeichneten das Wirken der ehrenamtlichen Begleiter besonders gut. Vielfach richte sich die Zuwendung
der Begleiter auch an die Angehörigen des Sterbenden, die sich zumeist ebenfalls in einer schwierigen Situation befinden.
Diese Form der Hilfe verlange aber, das wurde deutlich, nach einer sorgfältigen Vorbereitung durch Teilnahme an einem Einführungskursus
mit anschließendem Aufbaukursus, welche der Hospizverein in Kooperation mit dem Haus der Familie voraussichtlich noch in diesem Jahr anbieten wird.
Als Teilnehmer an dem Informationsabend signalisierte Michael Prien, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, die grundsätzliche
Bereitschaft, die Kursuskosten für interessierte Personen dann zu übernehmen, wenn sie diese selbst nicht tragen können.
VON MAX BABELIOWSKY
Hospizbewegung stellt sich vor.
In den letzten Jahren ist die Hospizbewegung in Deutschland zu einem festen Bestandteil
des gesellschaftlichen und gesundheitlichen Versorgungssystem geworden. Die Hospizbewegung,
in der sich zum größten Teil Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagieren, setzt sich für
die Begleitung sterbender Menschen und ihrer Angehörigen ein. Zudem fördert sie den gesellschaftlichen
Prozess, das Sterben eines jeden von uns und die Verletzlichkeit des menschlichen Lebens, in das
gesellschaftliche Bewusstsein und Interesse zu holen und zurückholen.
Die gesellschaftlichen Strukturen, in denen wir heute leben und sterben, können nicht mehr das leisten,
was früher selbstverständlicher war, nämlich sterbenden und schwerkranken Menschen ein Weiterleben und
verbleiben in der gewohnten häuslichen Umgebung zu ermöglichen.
Die Verhältnisse haben sich geändert, der Wunsch der betroffenen Menschen hingegen, zu Hause zu Leben
und zu sterben, auch in Krankheit und Not, hat sich nicht verändert. Über 90% der betroffenen Menschen
haben den Wunsch zu Hause in der gewohnten Umgebung, mit den dazugehörenden vertrauten Menschen, ihr Leben
zu einem würdigen Ende zu bringen.
Diesem Wunsch entsprechend setzen sich die ehrenamtlichen Helfer ein. Sie besuchen und unterstützen
den Menschen und seine Angehörigen vor Ort.
In Sassenberg sind in den vergangenen Jahren immer wieder Menschen von der Hospizbewegung betreut und
unterstützt worden. Die Kath. Kirchengemeinde St.Joh.Evangelist, die evangelische Kirchengemeinde
Sassenberg und das Altenzentrum St.Josef möchten daher nun aufgrund der sich häufenden und veränderten
Anfragen in Zusammenarbeit mit der Hospizbewegung der Stadt Warendorf eine Hospizgruppe ins Leben rufen.